Living Theatre Projekt Köln


The Living Theatre


Von Judith Malina und Julian Beck im Jahre 1947 gegründet, gehörte das Living Theatre zu den ersten freien Theatergruppen in der internationalen Theaterszene nach dem 2. Weltkrieg.


Als ein in New York ansässiges Theater machte sich das Living Theatre zwischen 1951 und 1963 einen Namen als innovative Kraft und inszenierte literarische Texte der Moderne wie Gertrude Steins „Doktor Faustus Lights the Lights", Willliam Carlos Williams' „Many Loves", Jack Gelbers „The Connection", Kenneth Brown „The Brig".
1963 schloß die US Regierung das Living Theatre in der 14. Straße. Für die Theatergruppe begann eine zwanzig Jahre andauernde Odysse, die sie nach Europa, Afrika, Nord- und Südamerika führte, wobei unterwegs in kollektiver

Arbeit, geprägt durch ihre pazifistischen und anarchistischen Weltanschauung und Lebensweise, Stücke wie „Frankenstein", „Paradise Now" und „The Legacy of Cain" entstanden. Mit Paradise Now fiel der Entschluß, hauptsächlich auf der Straße und in nicht-theatralischen Orten zu spielen, wie zum Beispiel in Fabriken, Anstalten oder auf Parkplätzen. Ihre revolutionäre Ästhetik brachte der Truppe sowohl Auszeichnungen als auch Gefängnisaufenthalte ein.
In den 80er Jahren kehrte das Living Theatre zurück auf die traditionelle Bühne mit Stücken wie „The Yellow Methuselah", Kandinsky/G. B. Shaw/Reznikov und „The Archeology of Sleep" von Julian Beck. Nach dem Tode Julian Becks im Jahre 1985 schufen die künstlerischen Leiter Judith Malina und Hanon Reznikov erneut ein „Zuhause" für das Living Theatre in New York City, wo die Truppe jährlich mehrere neue Projekte erarbeitete, die sowohl in den USA als auch in Europa aufgeführt wurden. 1995 entstand in Deutschland das Theaterstück „Utopia". Eines ihrer besonderen Arbeiten ist „Not on my Name", ein Proteststück, das jeweils an dem Tag in Time Square, NYC, aufgeführt wird, wenn in den USA eine Todesstrafe durchgeführt wird.  Im Frühjahr 1998 erarbeitete das Living Theatre das Theaterstück „Capital Changes" nach den Erforschungen über Kapitalismus des Historikers Fernand Braudel. Dieses Stück fand im Oktober 1999 in Italien seine europäische Premiere.
Im Juni 1999 konnte das Living Theatre seinen europäischen Sitz in Rocchetta Ligure, Italien, beziehen. Dort entstand im Herbst 2000 das Theaterstück "Resistance" , das auf die Erfahrungen der Patisanen in ihrem Widerstandskampf gegen die deutsche Besatzung von 1943/44 sowie den italienischen Faschismus thematisiert und auf heutige Formen von Widerstand bezug nimmt.
Seit 2007 betreibt das Living Theatre ein eigenes Haus auf der Lower East Side in New York City. Dort entstanden Neuinszenierungen von „The Brig“ und „The Connection“ sowie eine Neuschöpfung eines Theaterstücks „Eureka“ nach der Bearbeitung eines Textes von Edgar Allen Poe durch den inzwischen verstorbenen Künstlerischen Leiter Hanon Reznikov.

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