Arbeit, geprägt durch ihre pazifistischen und anarchistischen Weltanschauung und Lebensweise, Stücke
wie „Frankenstein", „Paradise Now" und „The Legacy of Cain" entstanden. Mit Paradise Now fiel der
Entschluß, hauptsächlich auf der Straße und in nicht-theatralischen Orten zu spielen, wie zum Beispiel in
Fabriken, Anstalten oder auf Parkplätzen. Ihre revolutionäre Ästhetik brachte der Truppe sowohl
Auszeichnungen als auch Gefängnisaufenthalte ein.
In den 80er Jahren kehrte das Living Theatre zurück auf die traditionelle Bühne mit Stücken wie „The Yellow
Methuselah", Kandinsky/G. B. Shaw/Reznikov und „The Archeology of Sleep" von Julian Beck. Nach dem
Tode Julian Becks im Jahre 1985 schufen die künstlerischen Leiter Judith Malina und Hanon Reznikov
erneut ein „Zuhause" für das Living Theatre in New York City, wo die Truppe jährlich mehrere neue Projekte
erarbeitete, die sowohl in den USA als auch in Europa aufgeführt wurden. 1995 entstand in Deutschland
das Theaterstück „Utopia". Eines ihrer besonderen Arbeiten ist „Not on my Name", ein Proteststück, das
jeweils an dem Tag in Time Square, NYC, aufgeführt wird, wenn in den USA eine Todesstrafe durchgeführt
wird. Im Frühjahr 1998 erarbeitete das Living Theatre das Theaterstück „Capital Changes" nach den
Erforschungen über Kapitalismus des Historikers Fernand Braudel. Dieses Stück fand im Oktober 1999 in
Italien seine europäische Premiere.
Im Juni 1999 konnte das Living Theatre seinen europäischen Sitz in Rocchetta Ligure, Italien, beziehen.
Dort entstand im Herbst 2000 das Theaterstück "Resistance" , das auf die Erfahrungen der Patisanen in
ihrem Widerstandskampf gegen die deutsche Besatzung von 1943/44 sowie den italienischen Faschismus
thematisiert und auf heutige Formen von Widerstand bezug nimmt.
Seit 2007 betreibt das Living Theatre ein eigenes Haus auf der Lower East Side in New York City. Dort
entstanden Neuinszenierungen von „The Brig“ und „The Connection“ sowie eine Neuschöpfung eines
Theaterstücks „Eureka“ nach der Bearbeitung eines Textes von Edgar Allen Poe durch den inzwischen
verstorbenen Künstlerischen Leiter Hanon Reznikov.
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